Aufgabe: Verhöre die Verdächtigen – Ein Krimi-Interview
Ziel:
Du spielst entweder einen Ermittler oder einen Verdächtigen/Zeugen und führst ein Verhörgespräch auf Deutsch. Dabei trainierst du das spontane Sprechen und die Fähigkeit, gezielt Fragen zu stellen oder Antworten zu formulieren.
Vorbereitung:
Arbeitet in Zweiergruppen – eine Person ist der Ermittler, die andere Person ist der Verdächtige oder ein Zeuge.
Der Verdächtige/Zeuge wählt oder bekommt eine Rolle, z. B.:
Ein enger Freund des Opfers
Ein Nachbar, der etwas gesehen hat
Eine Person mit einem schwachen Alibi
Jemand mit einem möglichen Motiv
Der Ermittler überlegt sich 5–7 Fragen, um den Verdächtigen aus der Reserve zu locken.
Der Verdächtige/Zeuge überlegt sich eine Hintergrundgeschichte und entwickelt eine Strategie: Wird er/sie kooperieren oder sich herausreden?
Durchführung:
Der Ermittler beginnt mit einer höflichen Begrüßung:
„Guten Tag, ich bin Kommissar/in Müller. Danke, dass Sie gekommen sind. Ich habe ein paar Fragen an Sie.“
Der Verdächtige antwortet entsprechend seiner Rolle.
Ziel:
Der Ermittler versucht, Widersprüche in den Aussagen zu finden.
Der Verdächtige versucht, sich glaubwürdig zu verteidigen.
Dauer: ca. 5 Minuten pro Verhör. Danach wird getauscht.
Hilfen für verschiedene Niveaus
A2 (Einfache Version)
Verwende kurze Sätze und einfache Strukturen.
Die Fragen und Antworten können mit einer Wortliste vorbereitet werden.
Beispiele für einfache Fragen:
Wo waren Sie gestern Abend?
Kennen Sie das Opfer?
Haben Sie etwas Verdächtiges gesehen?
Haben Sie ein Alibi?
Sind Sie sicher?
Beispiele für einfache Antworten:
Ich war zu Hause.
Ich kenne das Opfer nicht.
Ich habe nichts gesehen.
Ich bin unschuldig!
B1 (Standardversion)
Die Fragen sind detaillierter und der Verdächtige muss längere Antworten geben.
Beispielhafte Fragen:
Können Sie genau beschreiben, was Sie an diesem Abend gemacht haben?
Warum haben Sie gestern etwas anderes gesagt?
Glauben Sie, dass das Opfer Feinde hatte?
Ihre Aussage widerspricht den Beweisen. Wie erklären Sie das?
Beispielhafte Antworten:
Ich war mit einem Freund unterwegs, aber ich habe leider keine Beweise.
Ich habe gestern etwas anderes gesagt, weil ich nervös war.
Ich kannte das Opfer, aber wir hatten keinen Streit.
Das ist nicht fair! Ich sage die Wahrheit!
Zusatz: Nach dem Verhör schreibt der Ermittler eine kurze Zusammenfassung:
„Der Verdächtige hat behauptet, dass…“ oder „Die Aussagen sind widersprüchlich, weil…“
B2 (Fortgeschrittene Version)
Der Ermittler versucht, den Verdächtigen gezielt unter Druck zu setzen.
Der Verdächtige muss sich herausreden, überzeugend lügen oder sogar ein Alibi erfinden.
Mögliche Fragen:
Sie sagen, Sie waren um 22 Uhr zu Hause, aber ein Zeuge hat Sie am Tatort gesehen. Wie erklären Sie das?
Warum haben Sie den Anruf vom Opfer nicht beantwortet?
Wussten Sie, dass Ihre Fingerabdrücke auf der Tatwaffe gefunden wurden?
Mögliche Antworten:
Ich kann das erklären! Ich war in der Nähe, aber ich habe nichts getan!
Ich hatte Angst, mit der Polizei zu reden, aber ich bin unschuldig.
Das ist eine Verschwörung! Ich werde nichts mehr sagen!
Zusatz:
Du kannst dich auf eine echte Rolle vorbereiten, z. B. ein Polizist mit Erfahrung oder ein Verdächtiger mit einer komplizierten Geschichte.
Zusatzaufgabe: Pressekonferenz (für B1/B2)
Nach dem Verhör gibt der Ermittler eine kurze Pressemitteilung (ca. 1 Minute) und fasst zusammen:
„Die Aussagen von X sind widersprüchlich, denn…“
„Wir haben neue Hinweise erhalten…“
„Die Ermittlungen gehen weiter…“
Variante: Die Klasse kann über die Glaubwürdigkeit der Aussagen diskutieren und überlegen, ob der Verdächtige schuldig sein könnte.